Eins meiner gekauften Geschirrhandtücher (Foto1) ist aus einem Doppelgewebe. Da sind zwei getrennte Stoffe aufeinander, die lediglich an den Kanten des Farbwechsels miteinander verbunden sind, weil sich die Kettfäden da kreuzen bzw. die Lage wechseln. Ich habe ein Buch über Doppelgewebe, da ist z.B. pro Farbe eine Stofflage, die bei Leinwandbindung zwei Schäften zugeordnet wird.
Bei dem, was ich jetzt mache ist das anders (Foto 2). Tritt 3 + 7 sind Leinwandbindung, 1 + 2 sind für die Quadrate, 4,5,6 machen die Kreisrundung.
Die gesamte Bindungslehre ist kompliziert. Wer nicht gut mathematisch denken kann, hat damit Schwierigkeiten. Ich weiß, dass sich auch viele Weber*innen damit schwer tun. Eine Freundin dagegen, die Mathematik liebt, geht völlig darin auf. Sie hat einen computergestützten Webstuhl und je schwieriger die Bindung, je mehr Schäfte nötig sind, um so glücklicher ist sie damit.
Weben wird absolut unterschätzt im kollektiven Bewusstsein.
Das Geschirrtuch ist fertig gewebt und einmal in lauwarmem Wasser eingeweicht. Ja, man sieht die Lücken bei 5x2 Fäden pro Schlitz und den nächsten Schlitz frei lassen. Erstmal ein Bildausschnitt, vom fertigen Handtuch mache ich noch ein Foto. Ist ja wohl eine Art Doppelgewebe. Doubleface?
So, Fotos vom Geschirrtuch, wo man Vorder- und Rückseite sieht, und vom aufgemotzten Gatterkammwebrahmen.
Ich hatte mir 2007 einen Gatterkammwebrahmen von Kircher gekauft und vor ein paar Jahren einen von Ashford. Mit dem Ashford wollte ich mit 3 Kämmen arbeiten, damit ich 4-Schaftmuster weben kann. 3 Kämme waren mir allerdings zu unhandlich. Neulich habe ich den dritten Kamm in der Mitte durchgesägt und mit Halterung im Kircherwebrahmen angebaut. Für irgendwelche Techniken zum Testen kann man den aufgrund seiner Handlichkeit ganz gut nehmen.
also für mich ist das auch ein Doppelgewebe das Muster tauscht sich quasie wo Rot ist auf der einen Seite ist Lila auf der anderen. Die Bindung ist aber so dass die Punkte nicht flott liegen, sondern kleine Anbinder haben. So hätte ich mir das erklärt. Aber frag mich nicht nach Bindungslehre das ist sehr lange her und wirklich kompliziert und ich konnte es einmalund war sogar gut darin also Doppelgewebe nicht aber viele Sachen für die Damenoberbekleidung. Ich hab viel mit unterschiedliche Kettdichten gemacht um daraus leichte Seersucker zu machen oder Kostümware mit Karos in unterschiedlichsten Bindungskombinationen, ist schon ne Wissenschaft für sich...
Nein, wie kommst du denn da drauf? Ich hatte noch Garn für einen anderen Versuch auf dem Webstuhl, wo es dann einstaubte, weil ich keine Lust mehr auf meinen Entwurf hatte. Dann hatte ich eine andere Verwendung dafür im Internet gefunden, die super passte. Der Webrahmen ist jetzt für andere Versuche da. Nennt sich Theo-Moorman-Technik aus dem Gatterkammwebbuch von Syne Mitchell.
@Ilka Ja, das ist wohl auch ein Doppelgewebe mit zwei Ketten, hier rot und lila, mit kleinen Anbindern. Der gut sichtbare Kettfaden flottiert über 3 Schussfäden, der weniger sichtbare Kettfaden verschwindet unter den 3 flottierenden Schussfäden. Oder so ähnlich.
jo, wenn ich daran denke was wir für alte Haudegen in Sachen Bindungslehre hatten bis hin zu Spezialisten auf den alten Jacquardwebstühlen. Die waren quasie mit jedem einzelnen Faden und jeder Lochkarte verheiratet ist alles ausgestorben zum Teil stehen nicht mal mehr die Gebäude, das ist schon taurig wenn man sich an die Geräusche in den Gebäuden erinnert. Das war eine Ära, die einfach weg ist.
@Minka Da bin ich ja fast beruhigt ;)). Ich kam durch das Photo drauf. Geschirrtuch und Webrahmen.
Ich muss jetzt mal ehrlich passen. Es gibt Gewebe mit einem Schuß- und zwei Kettsystemen oder umgekehrt mit zwei Schuß- Und einem Kettsystem. Alle diese Bindungen haben den Effekt von Farbwechseln, negativ positiv und werden als verstärkte Gewebe benannt. Ob sie von der korrekten Benennung her alle zu den Doppelgeweben gehören, das weiß ich nicht. Aber mir geht es da wie Ilka : Gefühlsmäßig gehören sie für mich dazu.
Ein Damast allerdings, der diesen Effekt auch zeigt, oder auch einfachere Partiengewebe, bei denen z.B. Köper 1/3 mit Köper 3/1 abwechseln, gehören nicht dazu.
Ich habe mal im Handbuch Weben von Erika Arndt ab Seite 160 geguckt:
Stoffe mit zwei Kett- und einem Schusssystem oder zwei Schuss- und einem Kettsystem nennen sich verstärkte Gewebe. Ich habe Turned Taquete gewebt, also ein verstärktes Gewebe mit zwei Kett- und einem Schusssystem. Taquete ist dann ein verstärktes Gewebe mit zwei Schuss- und einem Kettsystem.
Bei den richtigen Doppelgeweben bzw. Mehrfachgeweben hat man eigentlich mindestens zwei unabhängige Gewebe mit Ober- und Unterkette und Ober- und Unterschuss.